1. Wann und warum sollte Komprimierung bei der Daten-Kommunikation eingesetzt werden
In lokalen Netzen bringt Komprimierung wenig Vorteile. Bei Remote-Arbeitsplätzen, z.B. bei Daten-Kommunikation über das Internet, verkürzt Komprimierung die Response-Zeiten. Lange Response-Zeiten bedeuten Stress für den Benutzer, mit Komprimierung ist das Arbeiten angenehmer. Durch Komprimierung kann man häufig schnellere Datenleitungen vermeiden, schnellere Datenleitungen kosten oft überproportional mehr.
Durch Komprimierung werden weniger Daten übertragen, bei Anbindung über das Internet verringert sich daher die Volumengebühr.
2. Komprimierung in HOBCOM
Komprimierung ist eingebaut in HOBCOM. HOBCOM wird eingesetzt für den 3270-Datenstrom auf IBM Mainframes (/390). HOBCOM kann mehrere Protokolle, derzeit werden meist das S-Protokoll (S für Standard IBM 3270 / LU2 für Bildschirme oder LU1/LU3 für Drucker oder TN3270(E)) und das Y-Protokoll verwendet.
Im S-Protokoll bei LU2 und LU3 (nicht bei LU1) wird für mehrfach vorkommende Zeichen das 3270-Kommando RA = repeat to address eingesetzt, also eine Run-Length-Komprimierung. Beim Drucken über LU1 gibt es das Kommando RA nicht, HOBCOM setzt aber horizontale Tabulatoren und kann dadurch Tab-Kommandos senden anstelle von mehreren Blanks.
Im Y-Protokoll wird generell Run-Length-Komprimierung eingesetzt.
Bei Bildschirm-Sessions werden zwischen HOBCOM und Client nur die veränderten Daten ausgetauscht, unabhängig davon wie das MDT (modified data tag) gesetzt ist. Zusätzlich dazu kann HOBCOM an den Client zu sendende Daten vergleichen mit denen, die bereits angezeigt werden, und HOBCOM lässt dann entsprechende Daten weg (siehe Parameter OPT bei COVTC oder LOTEC).
Eine generelle Voraussage wie gut HOBCOM komprimiert kann man nicht treffen, weil dies von den Anwendungen abhängt und der Reihenfolge in der die Anwendungen aufgerufen werden. HOBCOM kann aber die erzielte Komprimierung anzeigen (Statistik).
Bisherige Erfahrung zeigen, dass bis zu 90% Einsparung erzielt worden sind.
3. Komprimierung in HOBLink Secure
HOBLink Secure ist eine zusätzliche Komponente für die Datenübertragung über TCP/IP und die Verschlüsselung nach SSL V.3. HOBLink Secure kann optional komprimieren nach ITU-Standard V.42 bis. V.42 bis verwendet LZW (Lempel-Ziv-Welch), laut Literatur-Aussagen wird damit bei Referenz-Daten eine Komprimierung im Verhältnis 4 zu 1 erreicht.
Generell ist es aber so, dass durch die Verschlüsselung die Daten etwas länger werden (wenige Promille oder Prozent). Bereits verschlüsselte Daten können in der Regel nicht mehr komprimiert werden, müssen also vor der Verschlüsselung komprimiert werden.
HOBLink Secure kann eingesetzt werden für alle Arten von Telnet, also 3270-Datenstrom, 5250, VT525 bzw. VTxx, HP700, Siemens 97801 usw. Auch das DRDA-Protokoll zum Zugriff auf Datenbanken kann gut komprimiert werden.
Wird HOBLink Secure mit HOBLink JWT und dem RDP oder ICA Protokoll eingesetzt, so wird (falls konfiguriert) die Komprimierung nicht wirksam, weil ja RDP und ICA entsprechende Verschlüsselung bereits enthalten.
HOBLink Secure kann auch mit HOBCOM zusammen eingesetzt werden. Wenn HOBCOM die Daten im Y-Protokoll nicht verschlüsselt (Option, siehe Konfiguration), so können die Daten mit HOBLink Secure weiter komprimiert werden. Da unterschiedliche Verfahren verwendet werden, addieren sich die Einsparungen.
4. Beispiel für Kostenersparnis
Die Tarife der ISPs für Volumen im Internet sind unterschiedlich, wobei hier der Einfachheit halber mit DM -,40 pro Megabyte übertragener Daten gerechnet werden soll.
Analysen haben gezeigt, dass ein Benutzer einer Terminal-Emulation ca. 1,5 Megabyte pro Tag an Datenverkehr verursacht, dies kann aber durch Filetransfer erheblich mehr werden. Wenn man diese 1,5 Megabyte pro Tag zugrunde legt und die Komprimierung dies auf 0,5 Megabyte zusammenkomprimiert, so ergibt sich eine Einsparung von einem Megabyte pro Tag. Normalerweise hat ein Monat 20 Arbeitstage, also ergibt sich: 1 Megabyte mal DM 0,40 pro Megabyte mal 20 Arbeitstage ergibt DM 8.- Ersparnis pro Monat an Volumengebühr.
Last Updated:
11. Mai 06
by webmaster@hob.de